Delphine und Kaimane

Wetter: meist ca. 30°, Sonne

Die Anreise nach Rurrenabaque war schon ein kleines Abenteuer an sich. Allerdings kein so großes, wie es die Busfahrt gewesen wäre. Abgesehen von einer unendlich langen Fahrt in unbequemen Bussen (24h, 30h? – wenn alles gut geht!) hört von sehr sehr beängstigenden Bergpassagen, die jetzt gegen Ende der Regenzeit immer noch von Erdrutschen bedroht sind. Angeblich sind im Februar (Mitte Regenzeit) 4 Busse den Abhang hinunter gegangen…

Ich bin daher mit Amaszonas nach Rurrenabaqure („Rurre“) geflogen. Die Maschine hätte kaum kleiner sein können und die Kabine ist eine enge Röhre: jeweils ein Sitz pro Seite und insgesamt Platz für 19 Personen, wenn ich denn richtig gezählt habe. Der Flug geht an imposanten Andengipfeln entlang und taucht dann in die wolkenverhangene Tiefebene ab. Der letzte Teil des 40 Minuten-Flugs ist relativ blind, zumindest nach meinem Empfinden. Der Flugplatz von Rurrenabaque besteht aus einer unbeleuchteten Landebahn. Dort werden Passagiere und Fracht verladen, bevor es mit dem Bus der Fluglinie weiter am eigentlichen „Terminal“ vorbei in die Stadt geht. Nach der Höhe und dünnen Luft des Altiplano herrscht hier Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Aber das erinnert angenehm an Asien und wird daher als sehr positiv vermerkt.

Rurre ist ein kleines, nettes Städtchen. Ich habe nur den Fehler gemacht im Beni’s einzuchecken. Und zwar obwohl ich gemerkt habe, dass dort diverse Israelis residieren. Ich dachte, es wird schon nicht so schlimm. Aber es wurde schlimm. Die Freunde vom Gaza-Streifen, die – soweit mir bekannt – ganz gerne zu Europa gehören würden, haben sich in der Gruppe ungefähr so europäisch benommen, wie eine mongolische Horde. Sozialverhalten wie die Axt im Wald. Irgendwann bin ich dann unter Zuhilfenahme von ein paar Bieren zum Glück eingeschlafen. Leider kann ich Matzes Beobachtungen nur bestätigen. Traurig, wie manche Leute meinen, sich benehmen zu können. Wehrdienst hin oder her.

Am anderen Ende der Skala, was die Nationalitäten angeht, stehen die Briten und Amerikaner. Das sind meist die witzigsten, unterhaltsamsten und nettesten Leute, auf die ich bisher getroffen bin. Nächsten Tag bin ich jedenfalls ein „neutrale“ Unterkunft geflüchtet. Und es hat den ganzen Tag geregnet. Ich habe den Tag mehr oder weniger komplett in einem Restaurant ggü. dem Büro der Fluglinie Amaszonas verbracht und die Touristen beobachtet, deren Flüge abgesagt wurden. Relativ unterhaltsam, wenn man selbst nicht betroffen ist.

Aber das schlechte Wetter hat zum Glück nur einen Tag angehalten und so ging es am übernächsten Tag für drei Tage und zwei Nächte in die Pampa. Im Gegensatz zum Dschungel ist die Pampa relativ offen und so kann man relativ leicht Tiere beobachten. Der Dschungel ist – Überraschung! – wesentlich schwerer zugänglich, heißer und es gibt mehr Insekten/ Moskitos. Für den Anfang sollte es also die Pampa sein.

Ich habe aufgrund von vielen Empfehlungen von anderen Reisenden bei Mogli Tours gebucht; sie sollen mit die Besten sein. Ich kann das nur teilweise bestätigen, was nicht heißt, dass die anderen unbedingt besser sind. Aber so ganz OK war das Verhalten der Guides dann doch nicht. So wurden kleine Kaimane zur Ansicht gefangen und obwohl der Guide meinte, das wäre nicht zum Spaß, sondern um uns etwas zu vermitteln, habe ich da eher Zweifel. Ebenso wurde eine kl. Anaconda gefangen und mehr oder weniger reihum gehalten, was zumindest lt. einer Quelle schädlich für die Tiere sein soll.

Trotz dieser negativen Aspekte war die Tour sehr beeindruckend. Die Anreise geht dreieinhalb Stunden über die unbefestigte und sehr staubige Straße nach Santa Marta, bevor der Anleger für die Boote erreicht wird. Dann Wechsel auf die Langboote und los ging es. Die Fahrten durch die überschwemmte Landschaft waren fantastisch, das Wetter bestens und – ungelogen – 2 Minuten nach dem Ablegen, haben wir die ersten rosa Flußdelphine gesehen. Die sind mehr oder weniger das Highlight der Touren und waren – leider nur kurz aber – sehr oft zu sehen. Am zweiten Tag ging es dann zum Schwimmen mit den Delphinen. Nach Besichtigung des angefütterten aber nichts desto trotz sehr beeindruckenden Schwarzen Kaimans vom Vortag zuerst mit einem etwas seltsamen Gefühl, aber dann mit großem Entzücken. Das Schwimmen im bräunlich trüben Wasser war sehr angenehm und erfrischend, allerdings kann von einem Schwimmen MIT den Delfinen nicht wirklich die Rede sein. Wahrscheinlich war die Gruppe zu groß oder es kommt nicht so wirklich zu Interaktionen. Aber wir waren an der gleichen Stelle im Wasser, und hin und wieder tauchten die Delphine in der Nähe kurz auf. Von Kaimanen oder Krokodilen gefressen wurde jedenfalls keiner.

Die bunt gemischte, europäische und nordamerikanische Gruppe war sehr spassig und wir hatten eine gute Zeit miteinander. Leider nur ziemlich kurz und so waren wir mit mehr oder weniger Moskitostichen übersäht bald schon wieder zurück. Letztere und die knappe Zeit bis zum Rückflug haben mich dann von einer zusätzlichen Dschungeltour absehen lassen. Aber das ist mehr oder weniger dann sowieso später für Borneo/ Sabah geplant.

Statt dessen war Müßiggang angesagt. Oberhalb von Rurre gibt es den „Mirrador“, einen erhöht gelegen Pool, in dem man perfekt entspannen kann. Steht nicht im Reiseführer, aber einige der Leute von der Tour kannten die Option und so haben wir uns heute dort breit gemacht.

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